“Dass die Aufschaltung von sozialen Medien mit Risiken verbunden ist, wird nur selten bestritten. Worin diese Risiken bestehen und was daraus für den Umgang mit diesen Medien folgt, darüber gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Die Eidgenössische Ethikkommission für Kommunikationstechnologie zeigt in ihrem Bericht auf, dass die Beurteilung hauptsächlich von der Frage abhängig ist, wie man die sozialen Medien modellhaft zu erfassen sucht. Je nach Modell folgen unterschiedliche Anforderungen an die Beurteilung des sozialen Mediums.”
Ist doch klar! Die Eidgenössische Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich (EKAH) hat diesen Text heute publiziert. In Wirklichkeit geht es dort um die Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen (GV-Pflanzen). (Hier die komplette Publikation und hier ein Interview auf Radio DRS mit Klaus Peter Rippe, dem Präsident der Ethikkommission).
Die Ethikkommission hat Recht. Bei der Freisetzung von GV-Pflanzen bestehen Risiken. Genau wie bei allen Neuerungen. Mit den sozialen Medien und unserem veränderten Kommunikationsverhalten ist es nicht anders, wie das Museum für Kommunikation gegenwärtig zeigt. Warum es zu GV-Pflanzen eine Ethikkommission braucht und zu sozialen Medien nicht, wäre auch einmal ein Forschungsprojekt wert. Der grösste Unterschied ist wahrscheinlich, dass soziale Medien nicht durch den Magen gehen. Wahrscheinlich sind die Biobauern auch eine gewichtigere Lobby als etwa die Briefeschreiber.
Die Ethikkommission hat Recht. Mögliche Schäden eines Nahrungsmittels und einer Anbaupraxis müssen laufend überprüft werden. Es fragt sich aber schon, wie vorsichtig wir heute noch sein müssen. Immerhin werden GV-Pflanzen schon seit 15 Jahren angebaut. Eine Praxis, die sich bereits in 20 Ländern verbreitet hat. Heute benutzen in der Welt über 300 Mal mehr Landwirte GV-Pflanzen als es in Schweiz Landwirte gibt. Und sie tun dies auf einer beinahe 100 Mal so grossen Fläche (siehe transGEN). Und was ist passiert? Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt, wo ein Mensch durch GV-Pflanzen geschädigt wurde und keine Tier- oder Pflanzenart, die durch GV-Pflanzen stärker gefährdet wurde – ausser den Schädlingen natürlich.
Aber die Ethikkommission hat Recht: wir müssen gaaaanz vorsichtig sein.
![gefahrsignal030-achtung-gefahr[1]](http://www.wissenschaftsjournalist.ch/blog/wp-content/uploads/2011/12/gefahrsignal030-achtung-gefahr1.png)

