Schade! Dabei gab der neue Chef von Greenpeace International, Kumi Naidoo, eine intelligente Antwort im neuen Spiegel.
SPIEGEL: Die Gentechnik hat den Goldenen Reis hervorgebracht, der unterernährte Kinder mit Vitamin A versorgen und vor der Erblindung bewahren könnte. Was hat ein afrikanischer Greenpeace-Chef dagegen?
Naidoo: Über diese Frage habe ich ein ganzes Wochenende lang nachgedacht. Ich habe keine naturwissenschaftliche Erfahrung, und deshalb will ich auch alle unsere wissenschaftlichen Positionen noch einmal untersuchen. Wir müssen sichergehen, keine neue, richtige Entwicklung zu verpassen.
Genau! Leider hat heute Greenpeace eine „Präzisierung“ veröffentlicht, die offenbar trotz des vielen Nachdenkens nötig geworden war:
Greenpeace-Position im Detail: Greenpeace überdenkt seit seiner Gründung seine Positionen ständig, zieht neue wissenschaftliche Erkenntnisse heran und bewertet vor diesem Hintergrund alle Themen immer wieder neu. Unser neuer internationaler Geschäftsführer geht somit genau den richtigen Weg.
Um mit unveräusserlichen Wahrheiten weiterzufahren:
Gen-Pflanzen sind eine Bedrohung für die Umwelt und bergen deutliche Risiken für den Menschen. Durch die Übertragung eines Gens in einen anderen Organismus wird mehr als ein Merkmal verändert. Niemand weiß und kann steuern, zu welchen Wechselwirkungen es mit anderen Genen kommt. Unerwünschte Effekte sind die mögliche Folge.
Durch die Patentierung in Folge einer gentechnischen Veränderung geraten Landwirte in eine zusätzliche Abhängigkeit von internationalen Chemiekonzernen. Der sogenannte Yellow Rice ist nicht die richtige Antwort auf Mangelernährung. Die Entwicklung kostet Millionen, die für Programme ausgegeben werden könnten, die tatsächlich funktionieren und keine Umweltrisiken haben. Auch Experten, die zu Vitamin A-Mangel arbeiten, sehen in dem Yellow Rice keine Lösung.
Dabei gab es schon Hoffnungen, dass der erste Afrikaner an der Spitze der Organisation beim Hunger weniger auf Ideologie setzt.


Ja, das ist schon bitter, wenn unabhängiges Denken dazu führt, dass die Spendenbasis untergraben wird. Noch bitterer ist, wenn ein Chef von seinen Kampagnen-Leuten zurückgepfiffen werden muss….