„Viele Krankheiten sind die Folge von Fehlfunktionen von Organellen, den Bausteinen einer Zelle“, sagt Patrick Hunziker vom Universitätsspital Basel. Dazu gehören Sepsis, metabolische Krankheiten und andere.
Hunzikers Team baut deshalb künstliche Organellen. Die Hülle besteht aus Polymeren und ist relativ dick – in der Grössenordnung heisst das 10 Nanometer. „Künstliche Organellen müssen stabil sein, um lange in Zellen zu bestehen“, sagt Hunziker. Die Partikel können zudem mit transmembranen Kanälen bestückt werden für den Substanzenaustausch mit der Zelle und mit Molekülen, die ein Andocken an bestimmte Zelltypen erlauben. Die Gruppe konnte schon zeigen, dass die Partikel bei engem Kontakt mit Zellen gut aufgenommen werden, stabil in der Zelle bleiben und da Funktionen übernehmen können. Als proof-of-principle brachten sie Zellen zum Fluoreszieren. Die künstlichen Organellen scheinen zudem sicher zu sein. „In toxikologischen Studien haben wir bislang die LD50 nicht erreicht“, sagt Hunziker.
Er glaubt, dass die künstlichen Organellen zuerst bei monogenetischen Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen Patienten ein bestimmtes Enzym fehlt. Das Enzym könnte, geschützt durch die Polymerhülle, in die Zellen der entsprechenden Organe eingebaut werden. Das Potenzial dieser Technologie könnte aber weitaus grösser sein. „Für mich sind die künstlichen Organellen ein völlig neuer Ansatz in der regenerativen Medizin“, sagt Hunziker.

