Christoph Gerber vom Swiss Nanoscience Institute rasselt die neuesten Möglichkeiten seiner fast universell einsetzbaren Nachweismethode runter: das Fischen von Genfragmenten aus einem Genom oder von Proteinen aus Gemischen, der Nachweis von Membranproteinen, der Nachweis von Bakterien und ihrer Antibiotikaresistenzen, die Diagnose von Mundgeruch und anderen anhand der Atemluft diagnostizierbarer Leiden, die Messung der Bewegung von künstlichen Muskeln. Immer wieder faszinierend!
Dieses vielseitige Gerät ist ein „umgenutztes“ Atomkraftmikroskop. Bei Atomkraftmikroskopen tastet ein feines Blättchen mit einer noch feineren Spitze die Oberfläche atomgenau ab. Gemessen wird die Ablenkung des Blättchens bzw. die Änderung der Schwingungen entweder piezoelektronisch oder per Laser. Gerbers Team nun bespritzt die Blättchen mit verschiedenen Substanzen und misst dann die Bindung daran. Möchten sie Genfragmente nachweisen, spritzen die Forscher komplementäre Sequenzen auf die Blättchen, Cantilever genannt. Dazu läuft zusammen mit Roche ein Versuch, um die genetische Aktivierung von Interferon-Alpha zu messen. Suchen sie nach Proteinen, beschichten sie die Blättchen mit entsprechenden Antikörpern. Das System ist elegant, weil das Substrat nicht vor der Messung markiert werden muss. Und es misst im picomolar Bereich! „Man wird schneller und sensitiver, wenn man die Dinge schrumpft“, sagt Gerber. Er schlägt den Klinikern nun vor, Biomarker für Krebs mit seinem System zu messen.

