Julianna Lisziewicz von Genetic Immunity in Budapest stellt eines ihrer Produkte vor: DermaVir Patch. „Alles begann mit einem mittlerweile berühmten Patienten, der 1996 die HIV-Therapie abbrach. Überraschenderweise kam das Virus nicht zurück, bis heute nicht“, sagt Lisziewicz. Man entdeckte, dass bei dem Patienten zufälligerweise eine Immunantwort ausgelöst wurde, die ihn schützt. „Wir und andere versuchten, den Effekt nachzubauen“, so die CEO der Budapester Firma.
Die Forschenden bauten ein Virus-ähnliches Partikel, das Teile der HIV-DNA enthält, welche so verändert ist, dass eine Replikation unmöglich ist. Die Partikel heissen NanoComp und enthalten einige Tricks wie Protonenschwämme, um den Endosomen entfliehen zu können. Interessanterweise werden diese Nanopartikel – mit einem eigens entwickelten Gerät – auf die Haut aufgetragen. So genannte Langerhans-Zellen in der Haut nehmen die Nanopartikel auf, wandern in die Lymphknoten und lösen eine Immunreaktion aus. „Dies haben wir in Mäusen, Affen und Menschen nachgewiesen“, sagt Lisziewicz. Aktuell laufen drei klinische Versuche in Phase II (siehe Bild). Die vorläufigen Resultate zeigen, dass bei allen Patienten die Immunabwehr reagierte und T-Zellen und Gedächtniszellen gegen HIV produzierte.
„Wir wissen seit langem, dass DNA-Vakzine sicher sind“, sagt Lisziewicz. Nur sei die Wirkung bislang eher mager gewesen. „Mit den DermaVir Patches entwickeln wir eine Technologie-Plattform, um effektiv gegen verschiedenste Viren oder bei Allergien zu impfen“, schliesst Lisziewicz.


