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	<title>Kommentare zu: Wissenschaft gibt gute Geisel ab</title>
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	<description>Wissenschaft gehört diskutiert!</description>
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		<title>Von: Florian Fisch</title>
		<link>http://www.sciencesofa.info/2009/01/wissenschaft-gibt-gute-geisel-ab/comment-page-1/#comment-178</link>
		<dc:creator>Florian Fisch</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 13:54:54 +0000</pubDate>
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		<description>@Stefan Stöcklin
Ich finde, dass die Wissenschaft unbedingt auch solche gesellschaftliche Fragen betrachten muss. Im Prinzip spielt es keine Rolle, wer was für eine Frage stellt. Solange sie wissenschaftlich betrachtet wird und die Resultate auch wissenschaftlich kommuniziert werden. Die Wissenschaftler dürfen dabei natürlich nur die Fragen beantworten und nicht die Entscheidungen fällen.
Wenn die Wissenschaft Alternativmethoden zu Tierversuchen analysiert und dabei nichts herauskommt, dann ist das nicht der Fehler der Wissenschaft sondern es liegt in der Natur der Frage. Es darf kein Erfolgszwang bestehen, sonst geht die Wissenschaft verloren. Genau so bei der Agrogentechnik. Die Mechanismen müssen untersucht werden, aber die Entscheidung ob ein Risiko einzugehen nötig oder zu verhindern ist, dürfen Wissenschaftler nicht selbst treffen.
Die wissenschaftliche Vorgehensweise ist meines Erachtens sogar nötig in einer aufgeklärten Gesellschaft. Ich stimme Mathis zu, dass es die Aufgabe der Wissenschaft selbst ist, sich gegen die Einflussnahme der Interessevertreter zu wappnen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Stefan Stöcklin<br />
Ich finde, dass die Wissenschaft unbedingt auch solche gesellschaftliche Fragen betrachten muss. Im Prinzip spielt es keine Rolle, wer was für eine Frage stellt. Solange sie wissenschaftlich betrachtet wird und die Resultate auch wissenschaftlich kommuniziert werden. Die Wissenschaftler dürfen dabei natürlich nur die Fragen beantworten und nicht die Entscheidungen fällen.<br />
Wenn die Wissenschaft Alternativmethoden zu Tierversuchen analysiert und dabei nichts herauskommt, dann ist das nicht der Fehler der Wissenschaft sondern es liegt in der Natur der Frage. Es darf kein Erfolgszwang bestehen, sonst geht die Wissenschaft verloren. Genau so bei der Agrogentechnik. Die Mechanismen müssen untersucht werden, aber die Entscheidung ob ein Risiko einzugehen nötig oder zu verhindern ist, dürfen Wissenschaftler nicht selbst treffen.<br />
Die wissenschaftliche Vorgehensweise ist meines Erachtens sogar nötig in einer aufgeklärten Gesellschaft. Ich stimme Mathis zu, dass es die Aufgabe der Wissenschaft selbst ist, sich gegen die Einflussnahme der Interessevertreter zu wappnen.</p>
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		<title>Von: Marcel Falk</title>
		<link>http://www.sciencesofa.info/2009/01/wissenschaft-gibt-gute-geisel-ab/comment-page-1/#comment-177</link>
		<dc:creator>Marcel Falk</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 20:49:21 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Mathis, für mich ist das Ausdruck der fast religiösen Wirkung, welche die Wissenschaft in unserer Gesellschaft entfaltet. Man verlangt von ihr Antworten auf alle möglichen Fragen; man möchte Halt in einer unsicheren Welt; sie soll sicherer Wegweiser sein in eine bessere Zukunft. Das überfordert die Wissenschaft; so wird sie niemals den Weg aus der politischen Sackgasse in der Gentechnologie weisen können. Das Prinzip Wissenschaft (im Gegensatz zur Religion) sollte wieder sichtbarer werden: Dass Wissen immer vorläufig und stets debattierbar ist. Leider brüstet man sich lieber mit Forschungserfolgen, mit dem Forschungsfortschritt und natürlich mit all den Anwendungen. Die Forschung und ihre Promotoren haben so die Verheissungen gerufen, die sie nun nicht mehr loswerden (wollen sie das überhaupt?).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Mathis, für mich ist das Ausdruck der fast religiösen Wirkung, welche die Wissenschaft in unserer Gesellschaft entfaltet. Man verlangt von ihr Antworten auf alle möglichen Fragen; man möchte Halt in einer unsicheren Welt; sie soll sicherer Wegweiser sein in eine bessere Zukunft. Das überfordert die Wissenschaft; so wird sie niemals den Weg aus der politischen Sackgasse in der Gentechnologie weisen können. Das Prinzip Wissenschaft (im Gegensatz zur Religion) sollte wieder sichtbarer werden: Dass Wissen immer vorläufig und stets debattierbar ist. Leider brüstet man sich lieber mit Forschungserfolgen, mit dem Forschungsfortschritt und natürlich mit all den Anwendungen. Die Forschung und ihre Promotoren haben so die Verheissungen gerufen, die sie nun nicht mehr loswerden (wollen sie das überhaupt?).</p>
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		<title>Von: Stefan Stöcklin</title>
		<link>http://www.sciencesofa.info/2009/01/wissenschaft-gibt-gute-geisel-ab/comment-page-1/#comment-176</link>
		<dc:creator>Stefan Stöcklin</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 20:31:49 +0000</pubDate>
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		<description>Mathis trifft eine interessante Feststellung, die m.E. aber kein neues Phänomen betrifft. Nehmen wir die Nationalen Forschungsprogramme (NFP) des Nationalfonds, die per Definition «fundierte Beiträge zur Lösung dringender Probleme» liefern sollen. NFP 1 aus dem Jahre 1975 suchte nach «offenen Fragen zur Verhütung» von Herz-Kreislaufkrankheiten und Möglichkeiten zu deren Prävention. NFP 17 aus den 80er Jahren betraf Tierversuche und Alternativmethoden, NFP 45 Probleme des Sozialstaates. Diese Programme beschäftigen sich fast immer mit aktuellen Problemen, die politisch kontrovers diskutiert werden und sie sollen sozusagen objektvie wissenschaftliche Lösungen präsentieren, um die politische Diskussion zu entkrampfen. Gelöst wurde keine dieser Fragen (zum Beispiel wurden weder die untersuchen Alternativmethoden eingeführt, noch wurde die Prävention gegen Herzinfarkte wirklich verstärkt). Die Forschenden lassen sich hier bewusst auf ein Spiel ein: Sie kriegen Forschungsgelder und liefern damit Argumente zur Verschleppung einer politischen Aktion. Die Wissenschaft kann nie klare Antworten geben, weil sie es nicht kann und das soll sie auch nicht. So aber lässt sie sich bewusst zur Spielmasse der Politik degradieren. Ich denke, die Forschenden kennen diese Dialektik, aber wo die Honigtöpfe hängen, da lass dich ruhig nieder. Damit gehen sie ein kalkuliertes Risiko ein und müssen nun – wie im angesprochenen Fall – nicht klagen, wenn sie vom Bundesrat mit der Verlängerung des Moratoriums vereinahmt werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mathis trifft eine interessante Feststellung, die m.E. aber kein neues Phänomen betrifft. Nehmen wir die Nationalen Forschungsprogramme (NFP) des Nationalfonds, die per Definition «fundierte Beiträge zur Lösung dringender Probleme» liefern sollen. NFP 1 aus dem Jahre 1975 suchte nach «offenen Fragen zur Verhütung» von Herz-Kreislaufkrankheiten und Möglichkeiten zu deren Prävention. NFP 17 aus den 80er Jahren betraf Tierversuche und Alternativmethoden, NFP 45 Probleme des Sozialstaates. Diese Programme beschäftigen sich fast immer mit aktuellen Problemen, die politisch kontrovers diskutiert werden und sie sollen sozusagen objektvie wissenschaftliche Lösungen präsentieren, um die politische Diskussion zu entkrampfen. Gelöst wurde keine dieser Fragen (zum Beispiel wurden weder die untersuchen Alternativmethoden eingeführt, noch wurde die Prävention gegen Herzinfarkte wirklich verstärkt). Die Forschenden lassen sich hier bewusst auf ein Spiel ein: Sie kriegen Forschungsgelder und liefern damit Argumente zur Verschleppung einer politischen Aktion. Die Wissenschaft kann nie klare Antworten geben, weil sie es nicht kann und das soll sie auch nicht. So aber lässt sie sich bewusst zur Spielmasse der Politik degradieren. Ich denke, die Forschenden kennen diese Dialektik, aber wo die Honigtöpfe hängen, da lass dich ruhig nieder. Damit gehen sie ein kalkuliertes Risiko ein und müssen nun – wie im angesprochenen Fall – nicht klagen, wenn sie vom Bundesrat mit der Verlängerung des Moratoriums vereinahmt werden.</p>
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