Ex oriente lux. Aus Asien kommen immer wieder überraschende Einsichten. Letzten Montag hat die Basler Zeitung Marjorie Yang interviewt. Die 56jährige Unternehmerin aus Hongkong hat Mathematik studiert und sitzt heute nicht nur in ihrem eigenen, sondern in zahlreichen andern Unternehmen im Verwaltungsrat. Auch in dem von Novartis. Die Dame hat erfrischende An- und Einsichten. Unter anderem glaubt sie, dass die Folgen der Finanzkrise nicht so schlimm werden, wie viele prophezeien.
Am Schluss aber sagt sie auf die Frage, ob die asiatische Bevölkerung mit zunehmendem Wohlstand wohl auch so bequem werde wie jene in Europa und USA:
“Es überraschte mich zu hören, dass dies auch in Europa der Fall ist. Wohlstand verdirbt uns alle – vor allem aber junge Leute.”
und gibt gleich das Rezept dazu, wie man dem entgegen steuern könnte:
“Deshalb müssen wir diese (jungen Leute) rund um den Globus ermutigen, wieder vermehrt naturwissenschaftliche Fächer zu studieren.”
Das ist in Bundesrätin Doris Leuthards Ohr gesprochen, die ja kürzlich dazu aufgerufen hatte, Jugendliche mehr für diese Richtungen zu interessieren. Und wer weiss, vielleicht funktionierts ja.


Heisst das, dass einem ein naturwissenschaftliches Studium vor Wohlstand bewahrt? Das motiviert sicher viele…
Die Bequemlichkeit ist ja auch den Chinesen nicht ganz fremd. Wenn ich sehe, wie sich die Kinder der erfolgreichen China-Unternehmer entwickeln und benehmen, würde ich sagen: pretty much european style.
Eben. Aber wenn diese Kinder sich der Natur und ihren Wissenschaften zuwenden würden, wär ihnen vielleicht der Style wurst. Ich bin ja vielleicht ein bisschen naiv, aber vielleicht kann man Frau Yangs Votum einfach wörtlich nehmen. Schaut doch mal Euch selbst an. Seid Ihr nicht auch wegen Eures Interesses für die Wissenschaft so ausgesprochen anständige Menschen geworden…?