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	<title>Kommentare zu: Wissenschaften zwischen Geist und Natur</title>
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	<description>Wissenschaft gehört diskutiert!</description>
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		<title>Von: martinhicklin</title>
		<link>http://www.sciencesofa.info/2008/10/wissenschaften-zwischen-geist-und-natur/comment-page-1/#comment-26</link>
		<dc:creator>martinhicklin</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 21:28:53 +0000</pubDate>
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		<description>Könnte es nicht sein, dass es nicht nur den hier so schmerzlich gefühlten Graben zwischen den Wissenschaften vom &quot;Geist&quot; und jenen von der &quot;Natur, sondern ein ganzes Grabensystem gibt, das die Verständigung behindert? Und zwar grad auch innerhalb der beiden vermeintlich in sich zusammengehörenden Reiche? Allein schon die oft ziemlich hermetisch wirkenden, aber angeblich für die innerfachliche Verständigung nötigen Terminologien, mit denen sich die einzelnen Fächer ihre Eigenständigkeit befestigen, sind kunstvoll aufgerichtete Hindernisse. Da muss sich auch ein williger Adept schon ganz schön anstrengen, bis er diese Mauern zum verlockenden neuen Land wenigstens so weit durchgebissen hat, dass er ein bisschen Licht sieht (erst recht, wenn es sich dabei um einen flüchtigen Gast in Gestalt eines einfachen Wissenschaftsjournalisten handelt, der laufend die Kost wechseln muss). 

Die Zeiten, wo ein(e) Einzelne(r) sich noch einer umfassenden Weltschau rühmen konnte und durfte, sind wohl längst vorbei. Zwar gibt es wohl noch Polymathen , aber die wirken in unserer Expertokratie, wo eben grad der Spezialist gefragt ist, schon wie exzentrische Originale. 

Klar darf man weiterhin in ökumenischen Wissenschaftsveranstaltungen nach einem Pfingstereignis rufen, das die babylonische Verwirrung aufhebt, oder nach Brückenbauer(inne)n, die unsere schmerzlich getrennten Königskinder wieder zusammenbringen sollen. Aber vielleicht ist es auch normal, dass jede(r) am besten bei seinen Leisten bleibt und höchstens zu seiner eigenen permanenten Weiterbildung und Dehnung des Horizonts ab und zu mal einen unvoreingenommenen Blick in die Werkstadt anderer Geistesarbeiter(innen)wirft. Sind sie doch ohnehin eigentlich alle.

Peinlich ist aber tatsächlich, wenn man sich zur eigenen Distinktion dann gegenseitig verächtlich macht. Die Versuchung dazu ist wohl dann am grössten, wenn es darum geht, ein rechtes Stück am nie satt machenden Kuchen zu ergattern. Ist der verteilt, kann man ja wieder normal miteinander verkehren.

Ich würde ohnehin weder die einen noch die andern unterschätzen. Durchaus möglich, dass auch ein Molekularbiologe und erst recht eine Molekularbiologin bei Heidegger eine Heimat hat, und zweifellos gibt es auch auf der andern Seite manche Köpfe, die sich lustvoll für die sogenannt exakten Wissenschaften interessieren (die Quelle muss ja nicht grad unbedingt &quot;Nature&quot; sein) und da auch mehr wissen, als das Vorurteil es vermutet. Im Grunde arbeiten ja alle am grossen Werk - die Welt zu verstehen. Jede(r) auf seine Weise.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Könnte es nicht sein, dass es nicht nur den hier so schmerzlich gefühlten Graben zwischen den Wissenschaften vom &#8220;Geist&#8221; und jenen von der &#8220;Natur, sondern ein ganzes Grabensystem gibt, das die Verständigung behindert? Und zwar grad auch innerhalb der beiden vermeintlich in sich zusammengehörenden Reiche? Allein schon die oft ziemlich hermetisch wirkenden, aber angeblich für die innerfachliche Verständigung nötigen Terminologien, mit denen sich die einzelnen Fächer ihre Eigenständigkeit befestigen, sind kunstvoll aufgerichtete Hindernisse. Da muss sich auch ein williger Adept schon ganz schön anstrengen, bis er diese Mauern zum verlockenden neuen Land wenigstens so weit durchgebissen hat, dass er ein bisschen Licht sieht (erst recht, wenn es sich dabei um einen flüchtigen Gast in Gestalt eines einfachen Wissenschaftsjournalisten handelt, der laufend die Kost wechseln muss). </p>
<p>Die Zeiten, wo ein(e) Einzelne(r) sich noch einer umfassenden Weltschau rühmen konnte und durfte, sind wohl längst vorbei. Zwar gibt es wohl noch Polymathen , aber die wirken in unserer Expertokratie, wo eben grad der Spezialist gefragt ist, schon wie exzentrische Originale. </p>
<p>Klar darf man weiterhin in ökumenischen Wissenschaftsveranstaltungen nach einem Pfingstereignis rufen, das die babylonische Verwirrung aufhebt, oder nach Brückenbauer(inne)n, die unsere schmerzlich getrennten Königskinder wieder zusammenbringen sollen. Aber vielleicht ist es auch normal, dass jede(r) am besten bei seinen Leisten bleibt und höchstens zu seiner eigenen permanenten Weiterbildung und Dehnung des Horizonts ab und zu mal einen unvoreingenommenen Blick in die Werkstadt anderer Geistesarbeiter(innen)wirft. Sind sie doch ohnehin eigentlich alle.</p>
<p>Peinlich ist aber tatsächlich, wenn man sich zur eigenen Distinktion dann gegenseitig verächtlich macht. Die Versuchung dazu ist wohl dann am grössten, wenn es darum geht, ein rechtes Stück am nie satt machenden Kuchen zu ergattern. Ist der verteilt, kann man ja wieder normal miteinander verkehren.</p>
<p>Ich würde ohnehin weder die einen noch die andern unterschätzen. Durchaus möglich, dass auch ein Molekularbiologe und erst recht eine Molekularbiologin bei Heidegger eine Heimat hat, und zweifellos gibt es auch auf der andern Seite manche Köpfe, die sich lustvoll für die sogenannt exakten Wissenschaften interessieren (die Quelle muss ja nicht grad unbedingt &#8220;Nature&#8221; sein) und da auch mehr wissen, als das Vorurteil es vermutet. Im Grunde arbeiten ja alle am grossen Werk &#8211; die Welt zu verstehen. Jede(r) auf seine Weise.</p>
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