Am 27. Oktober treffe ich Aubrey de Grey für ein Interview. Er gibt die Dinner-Session bei der Konferenz der Europäischen Futuristen in Luzern.
Warum de Grey interviewen? Schliesslich wird er in den Medien immer mal wieder durchgekaut, meist als Exotikum, das verblüffend rationale Antworten auf viele Fragen hat. Das Problem sind diese Fragen. De Grey muss immer ins gleiche Hamsterrad einsteigen. Deshalb brauche ich dich: Was möchtest du von de Grey wissen?
Aubrey de Grey möchte mit allen verfügbaren Technologien die Menschheit vom Altern befreien. Es geht also nicht um Unsterblichkeit, denn Unfälle wird es immer noch geben und während Tausenden von Jahren hat man wohl auch mal eine Phase, in der man Selbstmord begehen möchte. So im Durchschnitt 5000 Jahre könnte man werden, glaubt de Grey. Und der erste Mensch, der 1000 Jahre alt werde, sei 1945 geboren worden.
Überbevölkerung, kinderlose Welt. Diese Sorgen kommen in Berichten über de Grey meist zuerst. Dann die Tyrannen, die nicht mehr sterben. Dann Langeweile. De Grey beantwortet all diese Fragen auf seiner Website, er beantwortet so viele, dass die meisten Journalisten wohl abgeschreckt werden. Oft hat er gleich mehrere Antworten auf eine Frage. Wobei das nicht heisst, dass er die Bedenken entkräften kann, wie er teilweise selber eingesteht.
Jetzt ist es an euch: SCHREIBT SCHLAUE FRAGEN IN DIE KOMMENTARE. Danke.


Ohne mich genauer mit Herrn Grey befasst zu haben, würde ich ihn gerne fragen:
Sehen Sie sich eher als Philosophen, als Zukunftsforscher oder als Naturwissenschafter?
Halten Sie Altern für eine Krankheit?
Evidence Based Medicine lehrt uns, dass man von Zell- und Tierversuchen nicht auf den Menschen schliessen kann. Die Faktenlage, dass sich das Leben über die natürliche Grenzen hinaus verlängern liesse, ist seitens der Forschung mit Menschen sehr dünn. Weshalb sollen ihre Prophezeiungen glaubwürdig sein?
Die Sozial- und Präventivmedizin geht heute davon aus, dass soziale Determinanten für ein langes Leben wichtiger sind, als genetische. Mit anderen Worten: Mehr Bildung wirkt sich positiver auf die Gesundheit und die Lebenserwartung einer Gesellschaft aus als mehr Technik. Sind sie auch dieser Meinung?
Führt ein langer Bart zu einem langen Leben?
Ich würde ihn fragen, warum manche Zukunftsforscher manchmal so alt aussehen, wenn die Zukunft mal Gegenwart wird. Vide Herman Kahn.
- Verfolgt er eine bestimmte Strategie, um schwerreiche Investoren auf seine Seite zu ziehen? Millionäre und Milliardäre sollten ja nicht weniger als der Durchschnittsverdiener an einem langen, gesunden Leben interessiert sein.
- Hat er auch einmal daran gedacht, dass er oder einer seiner Kollegen sich mal im Ausland bei einer populären TV-Show als Gast bewerben könnte, um so eine Menge für die Publicity zu tun (Beispiel: Stern TV)? Man könnte auch eine Reportage vorschlagen, wie sie bei BBC gelaufen ist (Spiegel-TV o.ä.)
- Wie geht es mit seinem Methuselah-Foundation-Programm für Studenten voran?
Ich möchte Dr. de Grey gerne fragen, wie man die über Jahrtausende angewöhnte (von Religionen sogar geförderte) Einstellung „Altern ist natürlich und gut“ überwinden kann. Wieso wird ‚natürlich’ immer mit ‚gut/richtig’ gleich gesetzt? Jeder Hirnschlag, Krebs etc. ist ‚natürlich’! Ist Alterung nicht auch, natürlich an einem Darmkrebs verenden zu dürfen und seine eigenen Kinder aufgrund von Demenz nicht mehr zu erkennen?
Do you think man is ready to stand the psychic implications his choice of ever prolonged life would accompany? Living through innumerous personnal crisis people would have to face and master repeatedly, without developing serious psychic problems? It seems the sensation of being overwhelmed by responsibility creates more incidents of dramatic aggressions against others.
@Nina: Guess you’re right. Sounds like Sisiphus. Did you notice that the interview already appeared? Die Gesellschaft taumelt in der Pro-Aging-Trance