Auch wissenschaftliche Ergebnisse, in mehr oder weniger angesehenen Journalen publiziert, werden heute gern mit etwas Pep angepriesen. Damit wir draufspringen. Heute hab ich zum ersten Mal gelesen, dass es musikalische Früchte gibt. Da wunderst Du Dich und liest weiter. Jetzt weiss ich, Bohnen müssen dazu gehören und Soja. Bei letzterer scheint jetzt mit dem Musizieren ein Ende gemacht zu sein. Das wird als Sieg gefeiert. Wenigstens in einer Meldung der American Chemical Society, die ja auch das Journal of Agricultural and Food Chemistry hetausgibt. In dessen November-Nummer wird offehbar von Feng et al. der Sieg verkündet. Er ist in Singapur gelungen. Die Forschenden haben Soja mit einem Pilz zusammen wachsen lassen, dessen Enzyme unerwünschte Oligosaccharide oder schwer verdauliche Zucker in den Sojabohnen ab- oder umbauen. Gleichzeitig steige grad auch noch der Gehalt an den gesuchten,, gesundheitserhaltenden, wil antioxidierenden Isoflavonen gestiegen. Heute habe Soja-Joghurt (kennt das jemand?) nur einen Marktanteil von verschwindend kleinen 1,9 Prozent. Grund dafür ist eben seine Musikalität. War – denn dank der Singapurer Methode fehlen jetzt künftig vielleicht Raffinose oder die unappetitlich klingende Stachyose. Die beiden Zucker sind schwer verdaulich und führen zu Flatulenz, die ja peinlicherweise mit Tönen einhergeht. Früher war das noch nicht so peinlich. Martin Luther soll ja gesagt haben: “Warum rülpset und furzet Ihr nicht? Oder hat es euch nicht geschmecket?”
Heute schmeckts nur noch ohne. Also Schluss mit der Musik. Man lernt doch nie aus.

