“Unnötige Todesfälle bei Stent-Patienten” heisst ein Titel auf Wissen im heutigen Tagesanzeiger. Da fragt man sich natürlich sofort, ob es bei Stentoperationen auch nötige Todesfälle gibt? Jedenfalls ist die Botschaft des Artikels brisant. Der Anästhesist Pierre-Guy Chassot vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) warne davor, die Blutplättchenhemmer (Blutverdünner) vor einer Stent-Operation unbesehen abzusetzen. Denn dann käme es häufiger zu Stent-Verschlüssen. Und das koste Leben. Die Auswertung von Studien an über 50 000 Patienten und Patientinnen mit Herzgefässerkrankungen hätten gezeigt, dass, wenn Aspirin vor der Operation abgesetzt werde, die Komplikationen dreifach so hoch seien, bei Patienten mit Stents sogar 90mal höher. Es sei wesentlich einfacher, Blutungen während der Operation unter Kontrolle zu halten als einen Verschluss eines Stents zu beheben. Ich vermute, dass auch mein Vater wegen unkontrollierten Absetzens seiner “Blutverdünner” verstorben ist. Er hatte nämlich vor einer geplanten, eigentlich unproblematischen Operation (nicht am Herz, sondern an den Beinarterien) seine Blutverdünner abgesetzt. Zuerst war ihm zwei Tage unwohl, was man als Somatisierung der Operationsangst deutete, dann starb er an einer
Lungenembolie (wahrscheinlich, eine Autopsie wurde nicht gemacht, der zuständige Arzt aber hat sich im Nachhinein entschuldigt). Das ist schon eine ganze Zeit her, macht mich aber etwas sensibler für entsprechende Berichte.
Okt 10th, 2008 by Martin Hicklin | No Comments »
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