Ein bisschen Hype kann nicht schaden, dachte sich wohl die Akademie und schrieb über ihr jüngstes Communiqué “Preisregen für neue Begegnungen mit den Naturwissenschaften”. Klar dass man da die Post sofort öffnet, um sich über die Fülle, die da über manche gekommen sein muss, zu orientieren und sich mitzufreuen. Aber kaum ist das Ding offen, ist der Schauer längst vorbei. Den Prix Media bekommt Max Rauner und damit 10 000 Franken. DRS 2 und Christian Heuss bekommen den in Franken nicht bezifferten Anerkennungspreis für einen ganzen Tag Radio zur Wissenschaft.
Sie hätten das Ganze halt statt senden schreiben sollen, denn es heisst:
“Der mit 10’000 Franken dotierte Prix Media belohnt die qualitativ hoch stehende naturwissenschaftliche Medienberichterstattung. Im Vordergrund stehen die Leserfreundlichkeit und damit die unkomplizierte Vermittlung von komplexen Inhalten”
Der zweite Tropfen von immerhin 5000 Franken (Schläfli-Preis) fällt auf zwei Gletscherforschendendissertationen. Und beides auch noch zu Ehren von Albrecht Haller. Der kriegt aber kein Geld, braucht ja auch nichts mehr.
Und dann ist mit dem Preisregen schon zu Ende. Na ja, die Ehre ist auch was wert, und schon darum gratulieren wird den Gepriesenen herzlich.
Man sieht jedenfalls, dass man in Bern mit Geld auch haushälterisch umgehen kann. Während nicht weit von der Akademie -zig Milliarden versprochen und geschüttet werden, spricht man bei der Akademie eben bereits bei ein paar tausend Franken von einem Regen. Da hat man halt noch ein bodenständiges Verhältnis zum Flüssigen.
Vielleicht wirds nächstes Jahr ja etwas mehr Regen geben. Denn im Communiqué steht auch:
“Der Prix Media wird in diesem Jahr zum letzten Mal in der bisherigen Form vergeben. Ab 2009 wird er im Rahmen des Verbundes der Akademien der Wissenschaften Schweiz gemeinsam als «Prix académies-suisses der Naturwissenschaften» verliehen.”
Der schlägt den Nobelpreis mächtig. Um 31 Buchstaben – Leerzeichen nicht gerechnet.


Ging mir genauso. Ich habe die Mitteilung angeschaut, in der Zuversicht, dass der Preisregen eine unerwartete Auszeichnung von internationaler Bedeutung sein muss. Da haben die mich aber schön im Regen stehen lassen. War eben kein Regen, nur ein Schauer. Aber normalerweise ist mir das auch lieber.
Passt nicht ganz, aber ein bisschen, geht ja auch um Preise: Nicht nur Gallo ging leer aus dieses Jahr bei der nobelsten Ehre, sondern auch ein gewisser Douglas C. Prasher, der die Fluoreszenz-Gene aus Quallen gefischt hat, wie ich in der New York Times lese. Unterdessen hat er die Wissenschaft quittiert und fährt einen kleinen Transporter für einen Wagenhändler. Er nimmts gelassen, meinte andere hätten mehr für die Wissenschaft getan. Ein bisschen Regen hätte dem Mann auch gut getan, für den miesen Stundenlohn, den er nun einfährt.